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Дата написания1970-01-01
Язык книгиde
Возрастное ограничение12+
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Страница 21 из 22Dir scheint, dass-dass ich es aus seinem eignen,
-Des Fuersten Munde habe.
Max. (in heftiger Bewegung)
Er selbst vertraute mir-was ich zwar laengst
Auf anderm Weg schon in Erfahrung brachte:
Dass er zum Schweden wolle uebergehn
Und an der Spitze des verbundnen Heers
Den Kaiser zwingen wolle-
Es hat der Hof empfindlich ihn beleidigt;
In einem Augenblick des Unmuts, sei's!
Mag er sich leicht einmal vergessen haben.
Bei kaltem Blute war er, als er mir
Dies eingestand; und weil er mein Erstaunen
Als Furcht auslegte, wies er im Vertraun
Mir Briefe vor, der Schweden und der Sachsen,
Die zu bestimmter Hilfe Hoffnung geben.
Es kann nicht sein! kann nicht sein! kann nicht sein!
Siehst du, dass es nicht kann! Du haettest ihm
Notwendig deinen Abscheu ja gezeigt,
Er haett' sich weisen lassen, oder du
-Du stuendest nicht mehr lebend mir zur Seite!
Wohl hab ich mein Bedenken ihm geaeussert,
Hab dringend, hab mit Ernst ihn abgemahnt;
-Doch meinen Abscheu, meine innerste
Gesinnung hab ich tief versteckt.
So falsch gewesen? Das sieht meinem Vater
Nicht gleich! Ich glaubte deinen Worten nicht,
Da du von ihm mir Boeses sagtest; kann's
Noch wen'ger jetzt, da du dich selbst verleumdest.
Ich draengte mich nicht selbst in sein Geheimnis.
Aufrichtigkeit verdiente sein Vertraun.
Nicht wuerdig war er meiner Wahrheit mehr.
Noch minder wuerdig deiner war Betrug.
Mein bester Sohn! Es ist nicht immer moeglich,
Im Leben sich so kinderrein zu halten,
Wie's uns die Stimme lehrt im Innersten.
In steter Notwehr gegen arge List
Bleibt auch das redliche Gemuet nicht wahr-
Das eben ist der Fluch der boesen Tat,
Dass sie, fortzeugend, immer Boeses muss gebaeren.
Ich kluegle nicht, ich tue meine Pflicht,
Der Kaiser schreibt mir mein Betragen vor.
Wohl waer' es besser, ueberall dem Herzen
Zu folgen, doch darueber wuerde man
Sich manchen guten Zweck versagen muessen.
Hier gilt's, mein Sohn, dem Kaiser wohl zu dienen,
Das Herz mag dazu sprechen, was es will.
Ich soll dich heut nicht fassen, nicht verstehn.
Der Fuerst, sagst du, entdeckte redlich dir sein Herz
Zu einem boesen Zweck, und du willst ihn
Zu einem guten Zweck betrogen haben!
Hoer auf! ich bitte dich-du raubst den Freund
Mir nicht-Lass mich den Vater nicht verlieren!
Octavio. (unterdrueckt seine Empfindlichkeit)
Noch weisst du alles nicht, mein Sohn. Ich habe
Dir noch was zu eroeffnen. (Nach einer Pause.)
Hat seine Zuruestung gemacht. Er traut
Auf seine Sterne. Unbereitet denkt er uns
Zu ueberfallen-mit der sichern Hand
Meint er den goldnen Zirkel schon zu fassen.
Er irret sich-Wir haben auch gehandelt.
Er fasst sein boes geheimnisvolles Schicksal.
Nichts Rasches, Vater! Oh! bei allem Guten
Lass dich beschwoeren. Keine Uebereilung!
Mit leisen Tritten schlich er seinen boesen Weg,
So leis und schlau ist ihm die Rache nachgeschlichen.
Schon steht sie ungesehen, finster hinter ihm,
Ein Schritt nur noch, und schaudernd ruehret er sie an.
-Du hast den Questenberg bei mir gesehn;
Noch kennst du nur sein oeffentlich Geschaeft-
Auch ein geheimes hat er mitgebracht,
-Des Reiches Wohlfahrt leg ich mit dem Worte,
Des Vaters Leben dir in deine Hand.
Der Wallenstein ist deinem Herzen teuer,
Ein starkes Band der Liebe, der Verehrung
Knuepft seit der fruehen Jugend dich an ihn-
Du naehrst den Wunsch-Oh! lass mich immerhin
Vorgreifen deinem zoegernden Vertrauen-
Die Hoffnung naehrst du, ihm viel naeher noch
Doch, bin ich deiner Fassung auch gewiss?
Wirst du's vermoegen, ruhigen Gesichts
Vor diesen Mann zu treten, wenn ich dir
Sein ganz Geschick nun anvertrauet habe?
Nachdem du seine Schuld mir anvertraut!
Octavio. (nimmt ein Papier aus der Schatulle und reicht es ihm hin)
Was? Wie? Ein offner kaiserlicher Brief.
Max. (nachdem er einen Blick hineingeworfen)
Der Fuerst verurteilt und geaechtet!
Oh! das geht weit! O ungluecksvoller Irrtum!
Max. (nachdem er weitergelesen, mit einem Blick des
Erstaunens auf seinen Vater)
Bloss fuer den Augenblick-und bis der Koenig
Von Ungarn bei dem Heer erscheinen kann,
Ist das Kommando mir gegeben-
Und glaubst du, dass du's ihm entreissen werdest?
Das denke ja nicht-Vater! Vater! Vater!
Ein unglueckselig Amt ist dir geworden.
Dies Blatt hier-dieses! willst du geltendmachen?
Den Maechtigen in seines Heeres Mitte,
Umringt von seinen Tausenden, entwaffnen?
Du bist verloren-Du, wir alle sind's!
Was ich dabei zu wagen habe, weiss ich.
Ich stehe in der Allmacht Hand; sie wird
Das fromme Kaiserhaus mit ihrem Schilde
Bedecken und das Werk der Nacht zertruemmern.
Der Kaiser hat noch treue Diener, auch im Lager
Gibt es der braven Maenner gnug, die sich
Zur guten Sache munter schlagen werden.
Die Treuen sind gewarnt, bewacht die andern,
Den ersten Schritt erwart ich nur, sogleich-
Auf den Verdacht hin willst du rasch gleich handeln?
Fern sei vom Kaiser die Tyrannenweise!
Den Willen nicht, die Tat nur will er strafen.
Noch hat der Fuerst sein Schicksal in der Hand-
Er lasse das Verbrechen unvollfuehrt,
So wird man ihn still vom Kommando nehmen,
Er wird dem Sohne seines Kaisers weichen.
Ein ehrenvoll Exil auf seine Schloesser
Wird Wohltat mehr als Strafe fuer ihn sein.
Jedoch der erste offenbare Schritt-
Was nennst du einen solchen Schritt? Er wird
Nie einen boesen tun.-Du aber koenntest
(Du hast's getan) den froemmsten auch missdeuten.
Wie strafbar auch des Fuersten Zwecke waren,
Die Schritte, die er oeffentlich getan,
Verstatteten noch eine milde Deutung.
Nicht eher denk ich dieses Blatt zu brauchen,
Bis eine Tat getan ist, die unwidersprechlich
Der Hochverrat bezeugt und ihn verdammt.
Und wer soll Richter drueber sein?
Oh! dann bedarf es dieses Blattes nie!
Ich hab dein Wort, du wirst nicht eher handeln,
Bevor du mich-mich selber ueberzeugt.
Ist's moeglich? Noch-nach allem, was du weisst,
Kannst du an seine Unschuld glauben?
Dein Urteil kann sich irren, nicht mein Herz. (Gemaessigter fortfahrend.)
Der Geist ist nicht zu fassen wie ein andrer.
Wie er sein Schicksal an die Sterne knuepft,
So gleicht er ihnen auch in wunderbarer,
Geheimer, ewig unbegriffner Bahn.
Glaub mir, man tut ihm Unrecht. Alles wird
Sich loesen. Glaenzend werden wir den Reinen
Aus diesem schwarzen Argwohn treten sehn.
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Vater!"},{"id":"id13:343","kind":"paragraph","text":"Ein unglueckselig Amt ist dir geworden."},{"id":"id13:344","kind":"paragraph","text":"Dies Blatt hier-dieses! willst du geltendmachen?"},{"id":"id13:345","kind":"paragraph","text":"Den Maechtigen in seines Heeres Mitte,"},{"id":"id13:346","kind":"paragraph","text":"Umringt von seinen Tausenden, entwaffnen?"},{"id":"id13:347","kind":"paragraph","text":"Du bist verloren-Du, wir alle sind's!"},{"id":"id13:348","kind":"paragraph","text":"Octavio."},{"id":"id13:349","kind":"paragraph","text":"Was ich dabei zu wagen habe, weiss ich."},{"id":"id13:350","kind":"paragraph","text":"Ich stehe in der Allmacht Hand; sie wird"},{"id":"id13:351","kind":"paragraph","text":"Das fromme Kaiserhaus mit ihrem Schilde"},{"id":"id13:352","kind":"paragraph","text":"Bedecken und das Werk der Nacht zertruemmern."},{"id":"id13:353","kind":"paragraph","text":"Der Kaiser hat noch treue Diener, auch im Lager"},{"id":"id13:354","kind":"paragraph","text":"Gibt es der braven Maenner gnug, die sich"},{"id":"id13:355","kind":"paragraph","text":"Zur guten Sache munter schlagen werden."},{"id":"id13:356","kind":"paragraph","text":"Die Treuen sind gewarnt, bewacht die andern,"},{"id":"id13:357","kind":"paragraph","text":"Den ersten Schritt erwart ich nur, sogleich-"},{"id":"id13:358","kind":"paragraph","text":"Max."},{"id":"id13:359","kind":"paragraph","text":"Auf den Verdacht hin willst du rasch gleich handeln?"},{"id":"id13:360","kind":"paragraph","text":"Octavio."},{"id":"id13:361","kind":"paragraph","text":"Fern sei vom Kaiser die Tyrannenweise!"},{"id":"id13:362","kind":"paragraph","text":"Den Willen nicht, die Tat nur will er strafen."},{"id":"id13:363","kind":"paragraph","text":"Noch hat der Fuerst sein Schicksal in der Hand-"},{"id":"id13:364","kind":"paragraph","text":"Er lasse das Verbrechen unvollfuehrt,"},{"id":"id13:365","kind":"paragraph","text":"So wird man ihn still vom Kommando nehmen,"},{"id":"id13:366","kind":"paragraph","text":"Er wird dem Sohne seines Kaisers weichen."},{"id":"id13:367","kind":"paragraph","text":"Ein ehrenvoll Exil auf seine Schloesser"},{"id":"id13:368","kind":"paragraph","text":"Wird Wohltat mehr als Strafe fuer ihn sein."},{"id":"id13:369","kind":"paragraph","text":"Jedoch der erste offenbare Schritt-"},{"id":"id13:370","kind":"paragraph","text":"Max."},{"id":"id13:371","kind":"paragraph","text":"Was nennst du einen solchen Schritt? 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Noch-nach allem, was du weisst,"},{"id":"id13:391","kind":"paragraph","text":"Kannst du an seine Unschuld glauben?"},{"id":"id13:392","kind":"paragraph","text":"Max. (lebhaft)"},{"id":"id13:393","kind":"paragraph","text":"Dein Urteil kann sich irren, nicht mein Herz. (Gemaessigter fortfahrend.)"},{"id":"id13:394","kind":"paragraph","text":"Der Geist ist nicht zu fassen wie ein andrer."},{"id":"id13:395","kind":"paragraph","text":"Wie er sein Schicksal an die Sterne knuepft,"},{"id":"id13:396","kind":"paragraph","text":"So gleicht er ihnen auch in wunderbarer,"},{"id":"id13:397","kind":"paragraph","text":"Geheimer, ewig unbegriffner Bahn."},{"id":"id13:398","kind":"paragraph","text":"Glaub mir, man tut ihm Unrecht. Alles wird"},{"id":"id13:399","kind":"paragraph","text":"Sich loesen. 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Die Piccolomini","page":1,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN#reader-content"},{"id":"id131:0:1","label":"Erster Auftritt","page":1,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN#reader-content"},{"id":"id130:0:2","label":"Zweiter Auftritt","page":2,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=2#reader-content"},{"id":"id129:0:3","label":"Dritter Auftritt","page":3,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=3#reader-content"},{"id":"id128:0:4","label":"Vierter Auftritt","page":4,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=4#reader-content"},{"id":"id127:0:5","label":"Fuenfter Auftritt","page":5,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=5#reader-content"},{"id":"id126:0:5","label":"Erster Auftritt","page":5,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=5#reader-content"},{"id":"id125:0:6","label":"Zweiter Auftritt","page":6,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=6#reader-content"},{"id":"id124:0:6","label":"Dritter Auftritt","page":6,"pageUrl":"/books/4GBzVCEN?page=6#reader-content"},{"id":"id123:0:7","label":"Vierter 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