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Дата написания1970-01-01
Язык книгиde
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Страница 48 из 49– Wie Sie befehlen, antwortete ich, indem ich mich anschickte fortzugehen.
Sie dachte eine Weile nach, gab mir ein Zeichen mit der Hand zu warten und ging hinaus.
Fünf Minuten vergingen; mein Herz schlug heftig, aber meine Gedanken waren ruhig, mein Kopf kalt; wie sehr ich auch in meiner Brust nach einem Funken Liebe für die liebliche Mary suchte – es war ein vergebliches Mühen.
Da ging die Thür auf und herein trat sie. O Gott, wie war sie verändert seit der Zeit, daß ich sie nicht gesehen hatte, – und wie lange ist das her?
In der Mitte des Zimmers angekommen, schwankte sie; ich eilte hinzu, reichte ihr meinen Arm und führte sie an einen Lehnstuhl.
Ich stand ihr gegenüber. Wir schwiegen lange; ihre großen Augen, mit einem unaussprechlichen Grame erfüllt, schienen in den meinigen etwas zu suchen, was einer Hoffnung ähnlich wäre; ihre bleichen Lippen strengten sich umsonst zu einem Lächeln an; ihre zarten über die Kniee gefalteten Hände waren so mager und durchsichtig, daß sie anfing mir leid zu thun.
– Gnädige Fürstin, sagte ich, Sie wissen also, daß ich mich bloß über Sie lustig gemacht habe? . . . Sie müssen mich verachten.
Auf ihren Wangen zeigte sich ein krankhaftes Roth.
Ich fuhr fort: – Und lieben können Sie mich folglich gar nicht.
Sie wandte sich ab, stützte den Arm auf den Tisch, bedeckte ihre Augen mit der Hand und es wollte mich bedünken, als glänzten Thränen in denselben.
„O mein Gott!“ sprach sie kaum hörbar vor sich hin.
Das fing an unerträglich zu werden: noch eine Minute – und ich hätte zu ihren Füßen gelegen.
– Wohlan, Sie sehen selbst, begann ich mit fester Stimme und einem erzwungenen Lächeln, daß ich Sie nicht heirathen kann. Und wären Sie jetzt dazu wirklich im Stande, Sie würden es sicherlich bald bereuen. Meine Unterhaltung mit Ihrer Frau Mutter zwingt mich zu einer so offenen und groben Erklärung; ich hoffe, es wird Ihnen leicht sein, sie aus ihrem Irrthume zu ziehen. Sie sehen, ich spiele in Ihren Augen die allermiserabelste und häßlichste Rolle, und stelle dies sogar nicht in Abrede; das ist aber auch Alles, was ich für Sie thun kann. Welche schlechte Meinung Sie immer von mir haben können, ich unterwerfe mich ihr . . . Sehen Sie, wie ich vor Ihnen erniedrigt stehe? Nicht wahr, und wenn Sie mich wirklich liebten, von diesem Augenblicke an verachteten Sie mich? . . .
Sie wandte sich zu mir, weiß wie Marmor, nur ihre Augen funkelten wunderbar.
„Ich hasse Sie . . .“ sagte sie.
Ich dankte ihr verbindlichst, verneigte mich ehrerbietig und verließ sie.
Eine Stunde später flog eine Couriertroika bereits mit mir aus Kislowodsk. Einige Werst vor Jesséntukoff erkannte ich in der Nähe des Weges den Leichnam meines edlen Pferdes; der Sattel war, wahrscheinlich von einem vorbeireitenden Kosaken, abgeschnallt, und anstatt des Sattels saßen auf seinem Rücken zwei Raben. Ich seufzte und wandte mich ab.
Und jetzt, hier in dieser langweiligen Festung, frage ich mich oft, wenn meine Gedanken das Vergangene durchlaufen: warum ich jenen Pfad nicht betreten, den das Schicksal mir eröffnet hatte und wo stille Freuden und Seelenruhe meiner warteten . . . Nein, ich hätte ein solches Loos nicht lange ertragen können! Ich bin wie ein Matrose, der auf einer Korsaren-Jacht geboren und auferzogen wurde; seine Seele ringt sich in Stürmen und Kämpfen los, aber am Ufer welkt und schwindet er dahin; ob der schattige Hain ihm winke und der friedliche Sonnenschein ihm entgegenlächle; er geht den ganzen Tag auf den Kieseln am Meeresstrande, und lauschet dem einförmigen Gebrause der rollenden Wogen und schaut hinaus in die nebelige Ferne, ob er nicht in jenem matten Punkte, der von dem grauen Gewölk und der dunkelblauen Meeresfluth absticht, das erwünschte Segel entdecke, das, anfangs dem Flügel des Sturmvogels ähnlich, nach und nach aus dem Schaume des Wogendranges hervortaucht und mit festem Laufe dem einsamen Hafen sich nähert.
1
Ein leichter Bauer- (Post-) wagen, der nicht in Federn hängt.
2
Duchan persisch, Dorf, Station.
3
Gorzü, Bergvölker, gewöhnliche Benennung aller Kaukasier.
4
7 Werst = 1 deutsche Meile.
5
Dem General Grafen Jermóloff.
6
7
Ein kurzer zottiger Filzmantel, vorzüglich bei den im Kaukasus stehenden Kosaken im Gebrauch.
8
Die vorgeschriebene Begrüßungsformel für Untergebene, welches Ranges sie auch sein mögen, gegen ihre Vorgesetzten.
9
Getränk aus Buchweizenmehl.
10
Der Rußlands Oberhoheit anerkannt hatte.
11
Aúl, Dorf der kaukasischen Völkerschaften.
12
Kaukasischer Nationaltanz.
13
Eine jämmerliche Nachbildung der Guitarre.
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