Удобнее читать в приложении
AI-разбор доступен после входа
Суть книги, пересказ, главный конфликт, ключевые идеи, вывод, кому полезна, главные темы, персонажи и цитаты можно получить после входа в BookRa.
auto_awesomeПолучить AI-разборО книге
Дата написания1970-01-01
Язык книгиde
Возрастное ограничение12+
Читать онлайн
Страница 76 из 78Als Ottilie nach ihrem Zimmer schwankend zurückgekommen war, lag der morgende Schmuck auf mehreren Stühlen völlig ausgebreitet, und das Mädchen, das betrachtend und bewundernd daran hin— und herging, rief jubelnd aus: “Sehen Sie nur, liebstes Fräulein, das ist ein Brautschmuck, ganz Ihrer wert!”
Ottilie vernahm diese Worte und sank auf den Sofa. Nanni sieht ihre Herrin erblassen, erstarren; sie läuft zu Charlotten; man kommt. Der ärztliche Hausfreund eilt herbei; es scheint ihm nur eine Erschöpfung. Er läßt etwas Kraftbrühe bringen; Ottilie weist sie mit Abscheu weg, ja sie fällt fast in Zuckungen, als man die Tasse dem Munde nähert. Er fragt mit Ernst und Hast, wie es ihm der Umstand eingab, was Ottilie heute genossen habe? Das Mädchen stockt; er wiederholt seine Frage, das Mädchen bekennt, Ottilie habe nichts genossen.
Nanni erscheint ihm ängstlicher als billig. Er reißt sie in ein Nebenzimmer, Charlotte folgt, das Mädchen wirft sich auf die Knie, sie gesteht, daß Ottilie schon lange so gut wie nichts genieße. Auf Andringen Ottiliens habe sie die Speisen an ihrer Statt genossen; verschwiegen habe sie es wegen bittender und drohender Gebärden ihrer Gebieterin, und auch, setzte sie unschuldig hinzu, weil es ihr gar so gut geschmeckt.
Der Major und Mittler kamen heran, sie fanden Charlotten tätig in Gesellschaft des Arztes. Das bleiche himmlische Kind saß, sich selbst bewußt wie es schien, in der Ecke des Sofas. Man bittet sie, sich niederzulegen; sie verweigert‘s, winkt aber, daß man das Köfferchen herbeibringe. Sie setzt ihre Füße darauf und findet sich in einer halb liegenden bequemen Stellung. Sie scheint Abschied nehmen zu wollen, ihre Gebärden drücken den Umstehenden die zarteste Anhänglichkeit aus, Liebe, Dankbarkeit, Abbitte und das herzlichste Lebewohl.
Eduard, der vom Pferde steigt, vernimmt den Zustand, er stürzt in das Zimmer, er wirft sich an ihre Seite nieder, faßt ihre Hand und überschwemmt sie mit stummen Tränen. So bleibt er lange. Endlich ruft er aus: “Soll ich deine Stimme nicht wieder hören? wirst du nicht mit einem Wort für mich ins Leben zurückkehren? Gut, gut! ich folge dir hinüber: da werden wir mit andern Sprachen reden!”
Sie drückt ihm kräftig die Hand, sie blickt ihn lebevoll und liebevoll an, und nach einem tiefen Atemzug, nach einer himmlischen stummen Bewegung der Lippen: “Versprich mir zu leben!” ruft sie aus, mit holder zärtlicher Anstrengung, doch gleich sinkt sie zurück. “Ich versprech es!” rief er ihr entgegen, doch er rief es ihr nur nach; sie war schon abgeschieden.
Nach einer tränenvollen Nacht fiel die Sorge, die geliebten Reste zu bestatten, Charlotten anheim. Der Major und Mittler standen ihr bei. Eduards Zustand war zu bejammern. Wie er sich aus seiner Verzweiflung nur hervorheben und einigermaßen besinnen konnte, bestand er darauf: Ottilie sollte nicht aus dem Schlosse gebracht, sie sollte gewartet, gepflegt, als eine Lebende behandelt werden, denn sie sei nicht tot, sie könne nicht tot sein. Man tat ihm seinen Willen, insofern man wenigstens das unterließ, was er verboten hatte. Er verlangte nicht, sie zu sehen.
Noch ein anderer Schreck ergriff, noch eine andere Sorge beschäftigte die Freunde. Nanni, von dem Arzt heftig gescholten, durch Drohungen zum Bekenntnis genötigt und nach dem Bekenntnis mit Vorwürfen überhäuft, war entflohen. Nach langem Suchen fand man sie wieder; sie schien außer sich zu sein. Ihre Eltern nahmen sie zu sich. Die beste Begegnung schien nicht anzuschlagen, man mußte sie einsperren, weil sie wieder zu entfliehen drohte.
Stufenweise gelang es, Eduarden der heftigsten Verzweiflung zu entreißen, aber nur zu seinem Unglück, denn es ward ihm deutlich, es ward ihm gewiß, daß er das Glück seines Lebens für immer verloren habe. Man wagte es, ihm vorzustellen, daß Ottilie, in jener Kapelle beigesetzt, noch immer unter den Lebendigen bleiben und einer freundlichen stillen Wohnung nicht entbehren würde. Es fiel schwer, seine Einwilligung zu erhalten, und nur unter der Bedingung, daß sie im offenen Sarge hinausgetragen und in dem Gewölbe allenfalls nur mit einem Glasdeckel zugedeckt und eine immerbrennende Lampe gestiftet werden sollte, ließ er sich‘s zuletzt gefallen und schien sich in alles ergeben zu haben.
Man kleidete den holden Körper in jenen Schmuck, den sie sich selbst vorbereitet hatte; man setzte ihr einen Kranz von Asterblumen auf das Haupt, die wie traurige Gestirne ahnungsvoll glänzten. Die Bahre, die Kirche, die Kapelle zu schmücken, wurden alle Gärten ihres Schmucks beraubt. Sie lagen verödet, als wenn bereits der Winter alle Freude aus den Beeten weggetilgt hätte. Beim frühsten Morgen wurde sie im offnen Sarge aus dem Schloß getragen, und die aufgehende Sonne rötete nochmals das himmlische Gesicht. Die Begleitenden drängten sich um die Träger, niemand wollte vorausgehn, niemand folgen, jedermann sie umgeben, jedermann noch zum letzten Male ihre Gegenwart genießen. Knaben, Männer und Frauen, keins blieb ungerührt. Untröstlich waren die Mädchen, die ihren Verlust am unmittelbarsten empfanden.
Nanni fehlte. Man hatte sie zurückgehalten, oder vielmehr man hatte ihr den Tag und die Stunde des Begräbnisses verheimlicht. Man bewachte sie bei ihren Eltern in einer Kammer, die nach dem Garten ging. Als sie aber die Glocken läuten hörte, ward sie nur allzubald inne, was vorging, und da ihre Wächterin, aus Neugierde den Zug zu sehen, sie verließ, entkam sie zum Fenster hinaus auf einen Gang und von da, weil sie alle Türen verschlossen fand, auf den Oberboden.
Eben schwankte der Zug den reinlichen, mit Blättern bestreuten Weg durchs Dorf hin. Nanni sah ihre Gebieterin deutlich unter sich, deutlicher, vollständiger, schöner als alle, die dem Zuge folgten. überirdisch, wie auf Wolken oder Wogen getragen, schien sie ihrer Dienerin zu winken, und diese, verworren, schwankend, taumelnd, stürzte hinab.
Auseinander fuhr die Menge mit einem entsetzlichen Schrei nach allen Seiten. Vom Drängen und Getümmel waren die Träger genötigt, die Bahre niederzusetzen. Das Kind lag ganz nahe daran; es schien an allen Gliedern zerschmettert. Man hob es auf; und zufällig oder aus besonderer Fügung lehnte man es über die Leiche, ja es schien selbst noch mit dem letzten Lebensrest seine geliebte Herrin erreichen zu wollen. Kaum aber hatten ihre schlotternden Glieder Ottiliens Gewand, ihre kraftlosen Finger Ottiliens gefaltete Hände berührt, als das Mädchen aufsprang, Arme und Augen zuerst gen Himmel erhob, dann auf die Knie vor dem Sarge niederstürzte und andächtig entzückt zu der Herrin hinaufstaunte.
Вам также может понравиться
{"page":{"canonicalUrl":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","pageTitle":"Die Wahlverwandschaften (Иоганн Вольфганг Гёте) — полный текст, краткое содержание, анализ и герои","metaDescription":"Полный текст книги «Die Wahlverwandschaften». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","headingTitle":"«Die Wahlverwandschaften». Читать бесплатно онлайн","headingSubtitle":"Иоганн Вольфганг Гёте","structuredData":[{"@context":"https://schema.org","@type":"BreadcrumbList","@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"BookRa","item":"https://bookra.app/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"зарубежная классика","item":"https://bookra.app/genre/5214"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Die Wahlverwandschaften","item":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp"}]},{"@context":"https://schema.org","@type":"WebPage","@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","url":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","name":"«Die Wahlverwandschaften». Читать бесплатно онлайн","description":"Полный текст книги «Die Wahlverwandschaften». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","breadcrumb":{"@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp#breadcrumb"},"mainEntity":{"@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp#work"},"primaryImageOfPage":{"@type":"ImageObject","url":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/be2b1e90-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp"}},{"@context":"https://schema.org","@type":"Book","@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp#work","name":"Die Wahlverwandschaften","url":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","description":"Полный текст книги «Die Wahlverwandschaften». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","image":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/be2b1e90-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp","inLanguage":"de","genre":["зарубежная классика","зарубежная старинная литература"],"keywords":"Classic Literature","author":[{"@type":"Person","@id":"https://bookra.app/author/a3967d13-c58d-58ac-9cc7-9da88a06f2c0#person","name":"Иоганн Вольфганг Гёте","url":"https://bookra.app/author/a3967d13-c58d-58ac-9cc7-9da88a06f2c0","sameAs":["https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D1%91%D1%82%D0%B5%2C_%D0%98%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%BD_%D0%92%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D1%84%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%B3_%D1%84%D0%BE%D0%BD","https://www.wikidata.org/wiki/Q5879"]}],"about":[{"@type":"Thing","name":"зарубежная классика"},{"@type":"Thing","name":"зарубежная старинная литература"},{"@type":"Thing","name":"Classic Literature"},{"@type":"Thing","name":"чтение онлайн"},{"@type":"Thing","name":"саммари"},{"@type":"Thing","name":"AI-разбор"},{"@type":"Thing","name":"персонажи"},{"@type":"Thing","name":"цитаты"}],"workExample":{"@type":"Book","@id":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp#edition","url":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","bookFormat":"https://schema.org/EBook","inLanguage":"de","isAccessibleForFree":true,"potentialAction":{"@type":"ReadAction","name":"Читать бесплатно онлайн «Die Wahlverwandschaften»","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https://bookra.app/books/20l6Wwkp","actionPlatform":["https://schema.org/DesktopWebPlatform"]},"expectsAcceptanceOf":{"@type":"Offer","category":"nologinrequired"}}}}],"book":{"idCatalog":794765,"shortId":"20l6Wwkp","title":"Die Wahlverwandschaften","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/be2b1e90-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp","annotationText":"","catalogType":"PUBLIC_DOMAIN","catalogTypeLabel":"Общественное достояние","authorLine":"Иоганн Вольфганг Гёте","authors":[{"id":"a3967d13-c58d-58ac-9cc7-9da88a06f2c0","displayName":"Иоганн Вольфганг Гёте","protectedUrl":"/author/a3967d13-c58d-58ac-9cc7-9da88a06f2c0","wikipediaUrl":"https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D1%91%D1%82%D0%B5%2C_%D0%98%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%BD_%D0%92%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D1%84%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%B3_%D1%84%D0%BE%D0%BD","wikidataUrl":"https://www.wikidata.org/wiki/Q5879"}],"genres":[{"id":5214,"title":"зарубежная классика","token":null,"publicUrl":"https://bookra.app/genre/5214"},{"id":5215,"title":"зарубежная старинная литература","token":null,"publicUrl":"https://bookra.app/genre/5215"}],"keywords":["Classic Literature"],"facts":[{"key":"dateWritten","label":"Дата написания","value":"1970-01-01"},{"key":"bookLanguage","label":"Язык книги","value":"de"},{"key":"adult","label":"Возрастное ограничение","value":"12+"}],"seoSections":[],"authorSummary":null,"hasArtifacts":false,"canReadInApp":true,"readUrl":"https://web.bookra.app/?startapp=r_794765","artifactsUrl":"https://web.bookra.app/?startapp=b_794765","readCtaLabel":"Читать бесплатно","artifactsCtaLabel":"AI-разбор","appReadLinks":{"tg":"https://t.me/bookra_lib_bot/BookRa?startapp=r_794765","vk":"https://vk.com/app54470698#startapp=r_794765","max":"https://max.ru/id7751370047_bot?startapp=r_794765","web":"https://web.bookra.app/?startapp=r_794765"},"appAnalysisLinks":{"tg":"https://t.me/bookra_lib_bot/BookRa?startapp=b_794765","vk":"https://vk.com/app54470698#startapp=b_794765","max":"https://max.ru/id7751370047_bot?startapp=b_794765","web":"https://web.bookra.app/?startapp=b_794765"},"guestReaderUrl":"/books/20l6Wwkp?page=76#reader-content","authorCtaLabel":"Все книги автора","authorProtectedUrl":"/author/a3967d13-c58d-58ac-9cc7-9da88a06f2c0","readersCount":0,"adultLabel":"12+","yearLabel":null,"datePublished":null,"publisherLabel":null,"isbn":null,"oclc":null,"lccn":null,"partnerUrl":null,"accessNote":"Полный текст книги и AI-разбор откроются на защищенных страницах BookRa после входа."},"reader":{"page":76,"totalPages":78,"hasPrev":true,"hasNext":true,"prevPageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=75#reader-content","nextPageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=77#reader-content","progressLabel":"Страница 76 из 78","sections":[{"id":"id21:12","kind":"paragraph","text":"Als Ottilie nach ihrem Zimmer schwankend zurückgekommen war, lag der morgende Schmuck auf mehreren Stühlen völlig ausgebreitet, und das Mädchen, das betrachtend und bewundernd daran hin— und herging, rief jubelnd aus: “Sehen Sie nur, liebstes Fräulein, das ist ein Brautschmuck, ganz Ihrer wert!”"},{"id":"id21:13","kind":"paragraph","text":"Ottilie vernahm diese Worte und sank auf den Sofa. Nanni sieht ihre Herrin erblassen, erstarren; sie läuft zu Charlotten; man kommt. Der ärztliche Hausfreund eilt herbei; es scheint ihm nur eine Erschöpfung. Er läßt etwas Kraftbrühe bringen; Ottilie weist sie mit Abscheu weg, ja sie fällt fast in Zuckungen, als man die Tasse dem Munde nähert. Er fragt mit Ernst und Hast, wie es ihm der Umstand eingab, was Ottilie heute genossen habe? Das Mädchen stockt; er wiederholt seine Frage, das Mädchen bekennt, Ottilie habe nichts genossen."},{"id":"id21:14","kind":"paragraph","text":"Nanni erscheint ihm ängstlicher als billig. Er reißt sie in ein Nebenzimmer, Charlotte folgt, das Mädchen wirft sich auf die Knie, sie gesteht, daß Ottilie schon lange so gut wie nichts genieße. Auf Andringen Ottiliens habe sie die Speisen an ihrer Statt genossen; verschwiegen habe sie es wegen bittender und drohender Gebärden ihrer Gebieterin, und auch, setzte sie unschuldig hinzu, weil es ihr gar so gut geschmeckt."},{"id":"id21:15","kind":"paragraph","text":"Der Major und Mittler kamen heran, sie fanden Charlotten tätig in Gesellschaft des Arztes. Das bleiche himmlische Kind saß, sich selbst bewußt wie es schien, in der Ecke des Sofas. Man bittet sie, sich niederzulegen; sie verweigert‘s, winkt aber, daß man das Köfferchen herbeibringe. Sie setzt ihre Füße darauf und findet sich in einer halb liegenden bequemen Stellung. Sie scheint Abschied nehmen zu wollen, ihre Gebärden drücken den Umstehenden die zarteste Anhänglichkeit aus, Liebe, Dankbarkeit, Abbitte und das herzlichste Lebewohl."},{"id":"id21:16","kind":"paragraph","text":"Eduard, der vom Pferde steigt, vernimmt den Zustand, er stürzt in das Zimmer, er wirft sich an ihre Seite nieder, faßt ihre Hand und überschwemmt sie mit stummen Tränen. So bleibt er lange. Endlich ruft er aus: “Soll ich deine Stimme nicht wieder hören? wirst du nicht mit einem Wort für mich ins Leben zurückkehren? Gut, gut! ich folge dir hinüber: da werden wir mit andern Sprachen reden!”"},{"id":"id21:17","kind":"paragraph","text":"Sie drückt ihm kräftig die Hand, sie blickt ihn lebevoll und liebevoll an, und nach einem tiefen Atemzug, nach einer himmlischen stummen Bewegung der Lippen: “Versprich mir zu leben!” ruft sie aus, mit holder zärtlicher Anstrengung, doch gleich sinkt sie zurück. “Ich versprech es!” rief er ihr entgegen, doch er rief es ihr nur nach; sie war schon abgeschieden."},{"id":"id21:18","kind":"paragraph","text":"Nach einer tränenvollen Nacht fiel die Sorge, die geliebten Reste zu bestatten, Charlotten anheim. Der Major und Mittler standen ihr bei. Eduards Zustand war zu bejammern. Wie er sich aus seiner Verzweiflung nur hervorheben und einigermaßen besinnen konnte, bestand er darauf: Ottilie sollte nicht aus dem Schlosse gebracht, sie sollte gewartet, gepflegt, als eine Lebende behandelt werden, denn sie sei nicht tot, sie könne nicht tot sein. Man tat ihm seinen Willen, insofern man wenigstens das unterließ, was er verboten hatte. Er verlangte nicht, sie zu sehen."},{"id":"id21:19","kind":"paragraph","text":"Noch ein anderer Schreck ergriff, noch eine andere Sorge beschäftigte die Freunde. Nanni, von dem Arzt heftig gescholten, durch Drohungen zum Bekenntnis genötigt und nach dem Bekenntnis mit Vorwürfen überhäuft, war entflohen. Nach langem Suchen fand man sie wieder; sie schien außer sich zu sein. Ihre Eltern nahmen sie zu sich. Die beste Begegnung schien nicht anzuschlagen, man mußte sie einsperren, weil sie wieder zu entfliehen drohte."},{"id":"id21:20","kind":"paragraph","text":"Stufenweise gelang es, Eduarden der heftigsten Verzweiflung zu entreißen, aber nur zu seinem Unglück, denn es ward ihm deutlich, es ward ihm gewiß, daß er das Glück seines Lebens für immer verloren habe. Man wagte es, ihm vorzustellen, daß Ottilie, in jener Kapelle beigesetzt, noch immer unter den Lebendigen bleiben und einer freundlichen stillen Wohnung nicht entbehren würde. Es fiel schwer, seine Einwilligung zu erhalten, und nur unter der Bedingung, daß sie im offenen Sarge hinausgetragen und in dem Gewölbe allenfalls nur mit einem Glasdeckel zugedeckt und eine immerbrennende Lampe gestiftet werden sollte, ließ er sich‘s zuletzt gefallen und schien sich in alles ergeben zu haben."},{"id":"id21:21","kind":"paragraph","text":"Man kleidete den holden Körper in jenen Schmuck, den sie sich selbst vorbereitet hatte; man setzte ihr einen Kranz von Asterblumen auf das Haupt, die wie traurige Gestirne ahnungsvoll glänzten. Die Bahre, die Kirche, die Kapelle zu schmücken, wurden alle Gärten ihres Schmucks beraubt. Sie lagen verödet, als wenn bereits der Winter alle Freude aus den Beeten weggetilgt hätte. Beim frühsten Morgen wurde sie im offnen Sarge aus dem Schloß getragen, und die aufgehende Sonne rötete nochmals das himmlische Gesicht. Die Begleitenden drängten sich um die Träger, niemand wollte vorausgehn, niemand folgen, jedermann sie umgeben, jedermann noch zum letzten Male ihre Gegenwart genießen. Knaben, Männer und Frauen, keins blieb ungerührt. Untröstlich waren die Mädchen, die ihren Verlust am unmittelbarsten empfanden."},{"id":"id21:22","kind":"paragraph","text":"Nanni fehlte. Man hatte sie zurückgehalten, oder vielmehr man hatte ihr den Tag und die Stunde des Begräbnisses verheimlicht. Man bewachte sie bei ihren Eltern in einer Kammer, die nach dem Garten ging. Als sie aber die Glocken läuten hörte, ward sie nur allzubald inne, was vorging, und da ihre Wächterin, aus Neugierde den Zug zu sehen, sie verließ, entkam sie zum Fenster hinaus auf einen Gang und von da, weil sie alle Türen verschlossen fand, auf den Oberboden."},{"id":"id21:23","kind":"paragraph","text":"Eben schwankte der Zug den reinlichen, mit Blättern bestreuten Weg durchs Dorf hin. Nanni sah ihre Gebieterin deutlich unter sich, deutlicher, vollständiger, schöner als alle, die dem Zuge folgten. überirdisch, wie auf Wolken oder Wogen getragen, schien sie ihrer Dienerin zu winken, und diese, verworren, schwankend, taumelnd, stürzte hinab."},{"id":"id21:24","kind":"paragraph","text":"Auseinander fuhr die Menge mit einem entsetzlichen Schrei nach allen Seiten. Vom Drängen und Getümmel waren die Träger genötigt, die Bahre niederzusetzen. Das Kind lag ganz nahe daran; es schien an allen Gliedern zerschmettert. Man hob es auf; und zufällig oder aus besonderer Fügung lehnte man es über die Leiche, ja es schien selbst noch mit dem letzten Lebensrest seine geliebte Herrin erreichen zu wollen. Kaum aber hatten ihre schlotternden Glieder Ottiliens Gewand, ihre kraftlosen Finger Ottiliens gefaltete Hände berührt, als das Mädchen aufsprang, Arme und Augen zuerst gen Himmel erhob, dann auf die Knie vor dem Sarge niederstürzte und andächtig entzückt zu der Herrin hinaufstaunte."}],"toc":[{"id":"id240:0:1","label":"Annotation","page":1,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp#reader-content"},{"id":"id239:0:1","label":"Johann Wolfgang von Goethe Die Wahlverwandschaften","page":1,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp#reader-content"},{"id":"id238:0:1","label":"Erster Teil","page":1,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp#reader-content"},{"id":"id237:0:1","label":"1. KAPITEL","page":1,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp#reader-content"},{"id":"id236:0:3","label":"2. KAPITEL","page":3,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=3#reader-content"},{"id":"id235:0:6","label":"3. KAPITEL","page":6,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=6#reader-content"},{"id":"id235:26:8","label":"Nachschrift der Vorsteherin","page":8,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=8#reader-content"},{"id":"id235:28:8","label":"Beilage des Gehülfen","page":8,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=8#reader-content"},{"id":"id234:0:9","label":"4. KAPITEL","page":9,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=9#reader-content"},{"id":"id233:0:12","label":"5. KAPITEL","page":12,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=12#reader-content"},{"id":"id233:1:12","label":"Brief der Vorsteherin","page":12,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=12#reader-content"},{"id":"id233:3:12","label":"Brief des Gehülfen","page":12,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=12#reader-content"},{"id":"id232:0:13","label":"6. KAPITEL","page":13,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=13#reader-content"},{"id":"id231:0:16","label":"7. KAPITEL","page":16,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=16#reader-content"},{"id":"id230:0:18","label":"8. KAPITEL","page":18,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=18#reader-content"},{"id":"id229:0:19","label":"9. KAPITEL","page":19,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=19#reader-content"},{"id":"id228:0:21","label":"10. KAPITEL","page":21,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=21#reader-content"},{"id":"id227:0:24","label":"11. KAPITEL","page":24,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=24#reader-content"},{"id":"id226:0:26","label":"12. KAPITEL","page":26,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=26#reader-content"},{"id":"id225:0:27","label":"13. KAPITEL","page":27,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=27#reader-content"},{"id":"id224:0:29","label":"14. KAPITEL","page":29,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=29#reader-content"},{"id":"id223:0:30","label":"15. KAPITEL","page":30,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=30#reader-content"},{"id":"id222:0:31","label":"16. KAPITEL","page":31,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=31#reader-content"},{"id":"id222:21:33","label":"Eduard an Charlotten","page":33,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=33#reader-content"},{"id":"id221:0:33","label":"17. KAPITEL","page":33,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=33#reader-content"},{"id":"id220:0:35","label":"18. KAPITEL","page":35,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=35#reader-content"},{"id":"id219:0:38","label":"Zweiter Teil","page":38,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=38#reader-content"},{"id":"id218:0:38","label":"1. KAPITEL","page":38,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=38#reader-content"},{"id":"id217:0:40","label":"2. KAPITEL","page":40,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=40#reader-content"},{"id":"id216:0:41","label":"3. KAPITEL","page":41,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=41#reader-content"},{"id":"id216:15:42","label":"Aus Ottiliens Tagebuche","page":42,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=42#reader-content"},{"id":"id215:0:43","label":"4. KAPITEL","page":43,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=43#reader-content"},{"id":"id215:21:45","label":"Aus Ottiliens Tagebuche","page":45,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=45#reader-content"},{"id":"id214:0:45","label":"5. KAPITEL","page":45,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=45#reader-content"},{"id":"id214:23:49","label":"Aus Ottiliens Tagebuche","page":49,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=49#reader-content"},{"id":"id213:0:49","label":"6. KAPITEL","page":49,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=49#reader-content"},{"id":"id212:0:52","label":"7. KAPITEL","page":52,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=52#reader-content"},{"id":"id212:34:55","label":"Aus Ottiliens Tagebuche","page":55,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=55#reader-content"},{"id":"id211:0:55","label":"8. KAPITEL","page":55,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=55#reader-content"},{"id":"id210:0:57","label":"9. KAPITEL","page":57,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=57#reader-content"},{"id":"id210:10:58","label":"Aus Ottiliens Tagebuche","page":58,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=58#reader-content"},{"id":"id29:0:58","label":"10. KAPITEL","page":58,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=58#reader-content"},{"id":"id29:19:60","label":"Die wunderlichen Nachbarskinder","page":60,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=60#reader-content"},{"id":"id29:20:60","label":"Novelle","page":60,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=60#reader-content"},{"id":"id28:0:63","label":"11. KAPITEL","page":63,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=63#reader-content"},{"id":"id27:0:64","label":"12. KAPITEL","page":64,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=64#reader-content"},{"id":"id26:0:66","label":"13. KAPITEL","page":66,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=66#reader-content"},{"id":"id25:0:68","label":"14. KAPITEL","page":68,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=68#reader-content"},{"id":"id24:0:69","label":"15. KAPITEL","page":69,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=69#reader-content"},{"id":"id23:0:72","label":"16. KAPITEL","page":72,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=72#reader-content"},{"id":"id23:5:72","label":"Eduard an Ottilien","page":72,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=72#reader-content"},{"id":"id22:0:73","label":"17. KAPITEL","page":73,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=73#reader-content"},{"id":"id22:6:74","label":"Ottilie den Freunden","page":74,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=74#reader-content"},{"id":"id21:0:75","label":"18. KAPITEL","page":75,"pageUrl":"/books/20l6Wwkp?page=75#reader-content"}]},"similarBooks":[{"idCatalog":787516,"shortId":"038AHbna","title":"Человек-зверь","authorLine":"Эмиль Золя, В. Ранцова","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/46378965-70f6-41f4-9510-013fea11211d/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/038AHbna"},{"idCatalog":7183,"shortId":"4SSnge7p","title":"Фараон","authorLine":"Болеслав Прус, Е. Н. Троповский","primaryAuthorId":"dcbe6513-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/32aeea09-f542-4c48-ba6c-1464e0288595/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4SSnge7p"},{"idCatalog":521096,"shortId":"39RurXks","title":"Хагакурэ, или Сокрытое в листве","authorLine":"Цунэтомо Ямамото, Сергей И. Логачев","primaryAuthorId":"292e10ef-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/d2c8ca1b-24e9-11ee-8496-0cc47af30fe4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/39RurXks"},{"idCatalog":790354,"shortId":"08oOsnCu","title":"Сон в летнюю ночь","authorLine":"Уильям Шекспир, Николай Михайлович Сатин","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/9cb6e365-8043-11e7-af8e-0cc47a1952f2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/08oOsnCu"},{"idCatalog":788220,"shortId":"0Tjejja2","title":"Нана","authorLine":"Эмиль Золя, Т. Иринова","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/5a387752-aafd-4f3d-bb91-627dfd767da4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0Tjejja2"},{"idCatalog":577406,"shortId":"0q0GFNSG","title":"Золотой осел","authorLine":"Луций Апулей, Михаил Алексеевич Кузмин","primaryAuthorId":"673278e9-2a98-102a-9ac3-800cba805322","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/c0602770-11db-11ef-8496-0cc47af30fe4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0q0GFNSG"},{"idCatalog":763844,"shortId":"0k1CVPMc","title":"Ромео и Джульетта","authorLine":"Уильям Шекспир, Дмитрий Лаврентьевич Михаловский","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/8c3c1916-803a-11e7-8179-0cc47a520474/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0k1CVPMc"},{"idCatalog":766049,"shortId":"4TrGYIUx","title":"Гамлет, принц Датский","authorLine":"Уильям Шекспир, Петр Петрович Гнедич","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/e925d796-803b-11e7-af8e-0cc47a1952f2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4TrGYIUx"},{"idCatalog":46756,"shortId":"1wKz5vUM","title":"Монахиня","authorLine":"Дени Дидро, Дебора Григорьевна Лившиц","primaryAuthorId":"b1401df8-2a93-102a-9ac3-800cba805322","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/37ba23fd-6a81-102c-a19b-edc40df1930e/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/1wKz5vUM"},{"idCatalog":788440,"shortId":"0L94UZhC","title":"Доктор Паскаль","authorLine":"Эмиль Золя, Константин Григорьевич Локс","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/61f13980-8201-4459-bcd1-e04d976a5570/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0L94UZhC"},{"idCatalog":11697,"shortId":"2MoUDOAh","title":"Сон в красном тереме. Том 1","authorLine":"Лев Николаевич Меньшиков, Владимир Андреевич Панасюк, Цао Сюэцинь","primaryAuthorId":"4e036549-1455-11e8-a22f-0cc47a5454c6","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/c9377cb2-c07d-4c18-a638-1db65e2e0cf2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/2MoUDOAh"},{"idCatalog":792368,"shortId":"4ft6F5H0","title":"Саламбо","authorLine":"Гюстав Флобер, Николай Максимович Минский","primaryAuthorId":"526ac12b-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/d8927887-c0aa-11e0-9959-47117d41cf4b/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4ft6F5H0"}],"similarBooksPagination":{"page":1,"pageSize":12,"totalItems":2333,"totalPages":195,"hasPrev":false,"hasNext":true}},"notFound":false}