Удобнее читать в приложении
AI-разбор доступен после входа
Суть книги, пересказ, главный конфликт, ключевые идеи, вывод, кому полезна, главные темы, персонажи и цитаты можно получить после входа в BookRa.
auto_awesomeПолучить AI-разборО книге
Дата написания1970-01-01
Язык книгиde
Возрастное ограничение12+
Читать онлайн
Страница 15 из 18Allerdings achtete auch niemand auf ihn. Die Familie war gänzlich vom Violinspiel in Anspruch genommen; die Zimmerherren dagegen, die zunächst, die Hände in den Hosentaschen, viel zu nahe hinter dem Notenpult der Schwester sich aufgestellt hatten, so daß sie alle in die Noten hätten sehen können, was sicher die Schwester stören mußte, zogen sich bald unter halblauten Gesprächen mit gesenkten Köpfen zum Fenster zurück, wo sie, vom Vater besorgt beobachtet, auch blieben. Es hatte nun wirklich den überdeutlichen Anschein, als wären sie in ihrer Annahme, ein schönes oder unterhaltendes Violinspiel zu hören, enttäuscht, hätten die ganze Vorführung satt und ließen sich nur aus Höflichkeit noch in ihrer Ruhe stören. Besonders die Art, wie sie alle aus Nase und Mund den Rauch ihrer Zigarren in die Höhe bliesen, ließ auf große Nervosität schließen. Und doch spielte die Schwester so schön. Ihr Gesicht war zur Seite geneigt, prüfend und traurig folgten ihre Blicke den Notenzeilen. Gregor kroch noch ein Stück vorwärts und hielt den Kopf eng an den Boden, um möglicherweise ihren Blicken begegnen zu können. War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff ? Ihm war, als zeige sich ihm der Weg zu der ersehnten unbekannten Nahrung. Er war entschlossen, bis zur Schwester vorzudringen, sie am Rock zu zupfen und ihr dadurch anzudeuten, sie möge doch mit ihrer Violine in sein Zimmer kommen, denn niemand lohnte hier das Spiel so, wie er es lohnen wollte. Er wollte sie nicht mehr aus seinem Zimmer lassen, wenigstens nicht, solange er lebte; seine Schreckgestalt sollte ihm zum erstenmal nützlich werden; an allen Türen seines Zimmers wollte er gleichzeitig sein und den Angreifern entgegenfauchen; die Schwester aber sollte nicht gezwungen, sondern freiwillig bei ihm bleiben; sie sollte neben ihm auf dem Kanapee sitzen, das Ohr zu ihm herunterneigen, und er wollte ihr dann anvertrauen, daß er die feste Absicht gehabt habe, sie auf das Konservatorium zu schicken, und daß er dies, wenn nicht das Unglück dazwischen gekommen wäre, vergangene Weihnachten – Weihnachten war doch wohl schon vorüber? – allen gesagt hätte, ohne sich um irgendwelche Widerreden zu kümmern. Nach dieser Erklärung würde die Schwester in Tränen der Rührung ausbrechen, und Gregor würde sich bis zu ihrer Achsel erheben und ihren Hals küssen, den sie, seitdem sie ins Geschäft ging, frei ohne Band oder Kragen trug.
»Herr Samsa!« rief der mittlere Herr dem Vater zu und zeigte, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, mit dem Zeigefinger auf den langsam sich vorwärtsbewegenden Gregor. Die Violine verstummte, der mittlere Zimmerherr lächelte erst einmal kopfschüttelnd seinen Freunden zu und sah dann wieder auf Gregor hin. Der Vater schien es für nötiger zu halten, statt Gregor zu vertreiben, vorerst die Zimmerherren zu beruhigen, trotzdem diese gar nicht aufgeregt waren und Gregor sie mehr als das Violinspiel zu unterhalten schien. Er eilte zu ihnen und suchte sie mit ausgebreiteten Armen in ihr Zimmer zu drängen und gleichzeitig mit seinem Körper ihnen den Ausblick auf Gregor zu nehmen. Sie wurden nun tatsächlich ein wenig böse, man wußte nicht mehr, ob über das Benehmen des Vaters oder über die ihnen jetzt aufgehende Erkenntnis, ohne es zu wissen, einen solchen Zimmernachbar wie Gregor besessen zu haben. Sie verlangten vom Vater Erklärungen, hoben ihrerseits die Arme, zupften unruhig an ihren Bärten und wichen nur langsam gegen ihr Zimmer zurück. Inzwischen hatte die Schwester die Verlorenheit, in die sie nach dem plötzlich abgebrochenen Spiel verfallen war, überwunden, hatte sich, nachdem sie eine Zeit lang in den lässig hängenden Händen Violine und Bogen gehalten und weiter, als spiele sie noch, in die Noten gesehen hatte, mit einem Male aufgerafft, hatte das Instrument auf den Schoß der Mutter gelegt, die in Atembeschwerden mit heftig arbeitenden Lungen noch auf ihrem Sessel saß, und war in das Nebenzimmer gelaufen, dem sich die Zimmerherren unter dem Drängen des Vaters schon schneller näherten. Man sah, wie unter den geübten Händen der Schwester die Decken und Polster in den Betten in die Höhe flogen und sich ordneten. Noch ehe die Herren das Zimmer erreicht hatten, war sie mit dem Aufbetten fertig und schlüpfte heraus. Der Vater schien wieder von seinem Eigensinn derartig ergriffen, daß er jeden Respekt vergaß, den er seinen Mietern immerhin schuldete. Er drängte nur und drängte, bis schon in der Tür des Zimmers der mittlere der Herren donnernd mit dem Fuß aufstampfte und dadurch den Vater zum Stehen brachte. »Ich erkläre hiermit«, sagte er, hob die Hand und suchte mit den Blicken auch die Mutter und die Schwester, »daß ich mit Rücksicht auf die in dieser Wohnung und Familie herrschenden widerlichen Verhältnisse« – hierbei spie er kurz entschlossen auf den Boden – »mein Zimmer augenblicklich kündige. Ich werde natürlich auch für die Tage, die ich hier gewohnt habe, nicht das Geringste bezahlen, dagegen werde ich es mir noch überlegen, ob ich nicht mit irgendwelchen – glauben Sie mir – sehr leicht zu begründenden Forderungen gegen Sie auftreten werde.« Er schwieg und sah gerade vor sich hin, als erwarte er etwas. Tatsächlich fielen sofort seine zwei Freunde mit den Worten ein: »Auch wir kündigen augenblicklich.« Darauf faßte er die Türklinke und schloß mit einem Krach die Tür.
Der Vater wankte mit tastenden Händen zu seinem Sessel und ließ sich in ihn fallen; es sah aus, als strecke er sich zu seinem gewöhnlichen Abendschläfchen, aber das starke Nicken seines wie haltlosen Kopfes zeigte, daß er ganz und gar nicht schlief. Gregor war die ganze Zeit still auf dem Platz gelegen, auf dem ihn die Zimmerherren ertappt hatten. Die Enttäuschung über das Mißlingen seines Planes, vielleicht aber auch die durch das viele Hungern verursachte Schwäche machten es ihm unmöglich, sich zu bewegen. Er fürchtete mit einer gewissen Bestimmtheit schon für den nächsten Augenblick einen allgemeinen über ihn sich entladenden Zusammensturz und wartete. Nicht einmal die Violine schreckte ihn auf, die, unter den zitternden Fingern der Mutter hervor, ihr vom Schoße fiel und einen hallenden Ton von sich gab.
»Liebe Eltern«, sagte die Schwester und schlug zur Einleitung mit der Hand auf den Tisch, »so geht es nicht weiter. Wenn ihr das vielleicht nicht einsehet, ich sehe es ein. Ich will vor diesem Untier nicht den Namen meines Bruders aussprechen, und sage daher bloß: wir müssen versuchen, es loszuwerden. Wir haben das Menschenmögliche versucht, es zu pflegen und zu dulden, ich glaube, es kann uns niemand den geringsten Vorwurf machen.« »Sie hat tausendmal Recht«, sagte der Vater für sich. Die Mutter, die noch immer nicht genug Atem finden konnte, fing in die vorgehaltene Hand mit einem irrsinnigen Ausdruck der Augen dumpf zu husten an.
Вам также может понравиться
{"page":{"canonicalUrl":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","pageTitle":"Die Verwandlung (Франц Кафка) — полный текст, краткое содержание, анализ и герои","metaDescription":"Полный текст книги «Die Verwandlung». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","headingTitle":"«Die Verwandlung». Читать бесплатно онлайн","headingSubtitle":"Франц Кафка","structuredData":[{"@context":"https://schema.org","@type":"BreadcrumbList","@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"BookRa","item":"https://bookra.app/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"зарубежная классика","item":"https://bookra.app/genre/5214"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Die Verwandlung","item":"https://bookra.app/books/2PTqVTME"}]},{"@context":"https://schema.org","@type":"WebPage","@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","url":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","name":"«Die Verwandlung». Читать бесплатно онлайн","description":"Полный текст книги «Die Verwandlung». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","breadcrumb":{"@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME#breadcrumb"},"mainEntity":{"@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME#work"},"primaryImageOfPage":{"@type":"ImageObject","url":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/bdf20ac3-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp"}},{"@context":"https://schema.org","@type":"Book","@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME#work","name":"Die Verwandlung","url":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","description":"Полный текст книги «Die Verwandlung». А также краткое содержание, главные мысли, конфликт, темы, персонажи, цитаты и ответы на вопросы.","image":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/bdf20ac3-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp","inLanguage":"de","genre":["зарубежная классика","зарубежная старинная литература"],"sameAs":["https://litres.ru/book/franc-kafka/die-verwandlung-21105142/"],"author":[{"@type":"Person","@id":"https://bookra.app/author/9006345f-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7#person","name":"Франц Кафка","url":"https://bookra.app/author/9006345f-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","sameAs":["https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D1%84%D0%BA%D0%B0%2C_%D0%A4%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%86","https://www.wikidata.org/wiki/Q905"]}],"about":[{"@type":"Thing","name":"зарубежная классика"},{"@type":"Thing","name":"зарубежная старинная литература"},{"@type":"Thing","name":"чтение онлайн"},{"@type":"Thing","name":"саммари"},{"@type":"Thing","name":"AI-разбор"},{"@type":"Thing","name":"персонажи"},{"@type":"Thing","name":"цитаты"}],"workExample":{"@type":"Book","@id":"https://bookra.app/books/2PTqVTME#edition","url":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","bookFormat":"https://schema.org/EBook","inLanguage":"de","sameAs":["https://litres.ru/book/franc-kafka/die-verwandlung-21105142/"],"isAccessibleForFree":true,"potentialAction":{"@type":"ReadAction","name":"Читать бесплатно онлайн «Die Verwandlung»","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https://bookra.app/books/2PTqVTME","actionPlatform":["https://schema.org/DesktopWebPlatform"]},"expectsAcceptanceOf":{"@type":"Offer","category":"nologinrequired"}}}}],"book":{"idCatalog":791536,"shortId":"2PTqVTME","title":"Die Verwandlung","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/bdf20ac3-661a-11e6-9614-0cc47a545a1e/thumbs/1200.webp","annotationText":"","catalogType":"PUBLIC_DOMAIN","catalogTypeLabel":"Общественное достояние","authorLine":"Франц Кафка","authors":[{"id":"9006345f-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","displayName":"Франц Кафка","protectedUrl":"/author/9006345f-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","wikipediaUrl":"https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D1%84%D0%BA%D0%B0%2C_%D0%A4%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%86","wikidataUrl":"https://www.wikidata.org/wiki/Q905"}],"genres":[{"id":5214,"title":"зарубежная классика","token":null,"publicUrl":"https://bookra.app/genre/5214"},{"id":5215,"title":"зарубежная старинная литература","token":null,"publicUrl":"https://bookra.app/genre/5215"}],"keywords":[],"facts":[{"key":"dateWritten","label":"Дата написания","value":"1970-01-01"},{"key":"bookLanguage","label":"Язык книги","value":"de"},{"key":"adult","label":"Возрастное ограничение","value":"12+"}],"seoSections":[],"authorSummary":null,"hasArtifacts":false,"canReadInApp":true,"readUrl":"https://web.bookra.app/?startapp=r_791536","artifactsUrl":"https://web.bookra.app/?startapp=b_791536","readCtaLabel":"Читать бесплатно","artifactsCtaLabel":"AI-разбор","appReadLinks":{"tg":"https://t.me/bookra_lib_bot/BookRa?startapp=r_791536","vk":"https://vk.com/app54470698#startapp=r_791536","max":"https://max.ru/id7751370047_bot?startapp=r_791536","web":"https://web.bookra.app/?startapp=r_791536"},"appAnalysisLinks":{"tg":"https://t.me/bookra_lib_bot/BookRa?startapp=b_791536","vk":"https://vk.com/app54470698#startapp=b_791536","max":"https://max.ru/id7751370047_bot?startapp=b_791536","web":"https://web.bookra.app/?startapp=b_791536"},"guestReaderUrl":"/books/2PTqVTME?page=15#reader-content","authorCtaLabel":"Все книги автора","authorProtectedUrl":"/author/9006345f-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","readersCount":0,"adultLabel":"12+","yearLabel":null,"datePublished":null,"publisherLabel":null,"isbn":null,"oclc":null,"lccn":null,"partnerUrl":null,"accessNote":"Полный текст книги и AI-разбор откроются на защищенных страницах BookRa после входа."},"reader":{"page":15,"totalPages":18,"hasPrev":true,"hasNext":true,"prevPageUrl":"/books/2PTqVTME?page=14#reader-content","nextPageUrl":"/books/2PTqVTME?page=16#reader-content","progressLabel":"Страница 15 из 18","sections":[{"id":"id11:91","kind":"paragraph","text":"Allerdings achtete auch niemand auf ihn. Die Familie war gänzlich vom Violinspiel in Anspruch genommen; die Zimmerherren dagegen, die zunächst, die Hände in den Hosentaschen, viel zu nahe hinter dem Notenpult der Schwester sich aufgestellt hatten, so daß sie alle in die Noten hätten sehen können, was sicher die Schwester stören mußte, zogen sich bald unter halblauten Gesprächen mit gesenkten Köpfen zum Fenster zurück, wo sie, vom Vater besorgt beobachtet, auch blieben. Es hatte nun wirklich den überdeutlichen Anschein, als wären sie in ihrer Annahme, ein schönes oder unterhaltendes Violinspiel zu hören, enttäuscht, hätten die ganze Vorführung satt und ließen sich nur aus Höflichkeit noch in ihrer Ruhe stören. Besonders die Art, wie sie alle aus Nase und Mund den Rauch ihrer Zigarren in die Höhe bliesen, ließ auf große Nervosität schließen. Und doch spielte die Schwester so schön. Ihr Gesicht war zur Seite geneigt, prüfend und traurig folgten ihre Blicke den Notenzeilen. Gregor kroch noch ein Stück vorwärts und hielt den Kopf eng an den Boden, um möglicherweise ihren Blicken begegnen zu können. War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff ? Ihm war, als zeige sich ihm der Weg zu der ersehnten unbekannten Nahrung. Er war entschlossen, bis zur Schwester vorzudringen, sie am Rock zu zupfen und ihr dadurch anzudeuten, sie möge doch mit ihrer Violine in sein Zimmer kommen, denn niemand lohnte hier das Spiel so, wie er es lohnen wollte. Er wollte sie nicht mehr aus seinem Zimmer lassen, wenigstens nicht, solange er lebte; seine Schreckgestalt sollte ihm zum erstenmal nützlich werden; an allen Türen seines Zimmers wollte er gleichzeitig sein und den Angreifern entgegenfauchen; die Schwester aber sollte nicht gezwungen, sondern freiwillig bei ihm bleiben; sie sollte neben ihm auf dem Kanapee sitzen, das Ohr zu ihm herunterneigen, und er wollte ihr dann anvertrauen, daß er die feste Absicht gehabt habe, sie auf das Konservatorium zu schicken, und daß er dies, wenn nicht das Unglück dazwischen gekommen wäre, vergangene Weihnachten – Weihnachten war doch wohl schon vorüber? – allen gesagt hätte, ohne sich um irgendwelche Widerreden zu kümmern. Nach dieser Erklärung würde die Schwester in Tränen der Rührung ausbrechen, und Gregor würde sich bis zu ihrer Achsel erheben und ihren Hals küssen, den sie, seitdem sie ins Geschäft ging, frei ohne Band oder Kragen trug."},{"id":"id11:92","kind":"paragraph","text":"»Herr Samsa!« rief der mittlere Herr dem Vater zu und zeigte, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, mit dem Zeigefinger auf den langsam sich vorwärtsbewegenden Gregor. Die Violine verstummte, der mittlere Zimmerherr lächelte erst einmal kopfschüttelnd seinen Freunden zu und sah dann wieder auf Gregor hin. Der Vater schien es für nötiger zu halten, statt Gregor zu vertreiben, vorerst die Zimmerherren zu beruhigen, trotzdem diese gar nicht aufgeregt waren und Gregor sie mehr als das Violinspiel zu unterhalten schien. Er eilte zu ihnen und suchte sie mit ausgebreiteten Armen in ihr Zimmer zu drängen und gleichzeitig mit seinem Körper ihnen den Ausblick auf Gregor zu nehmen. Sie wurden nun tatsächlich ein wenig böse, man wußte nicht mehr, ob über das Benehmen des Vaters oder über die ihnen jetzt aufgehende Erkenntnis, ohne es zu wissen, einen solchen Zimmernachbar wie Gregor besessen zu haben. Sie verlangten vom Vater Erklärungen, hoben ihrerseits die Arme, zupften unruhig an ihren Bärten und wichen nur langsam gegen ihr Zimmer zurück. Inzwischen hatte die Schwester die Verlorenheit, in die sie nach dem plötzlich abgebrochenen Spiel verfallen war, überwunden, hatte sich, nachdem sie eine Zeit lang in den lässig hängenden Händen Violine und Bogen gehalten und weiter, als spiele sie noch, in die Noten gesehen hatte, mit einem Male aufgerafft, hatte das Instrument auf den Schoß der Mutter gelegt, die in Atembeschwerden mit heftig arbeitenden Lungen noch auf ihrem Sessel saß, und war in das Nebenzimmer gelaufen, dem sich die Zimmerherren unter dem Drängen des Vaters schon schneller näherten. Man sah, wie unter den geübten Händen der Schwester die Decken und Polster in den Betten in die Höhe flogen und sich ordneten. Noch ehe die Herren das Zimmer erreicht hatten, war sie mit dem Aufbetten fertig und schlüpfte heraus. Der Vater schien wieder von seinem Eigensinn derartig ergriffen, daß er jeden Respekt vergaß, den er seinen Mietern immerhin schuldete. Er drängte nur und drängte, bis schon in der Tür des Zimmers der mittlere der Herren donnernd mit dem Fuß aufstampfte und dadurch den Vater zum Stehen brachte. »Ich erkläre hiermit«, sagte er, hob die Hand und suchte mit den Blicken auch die Mutter und die Schwester, »daß ich mit Rücksicht auf die in dieser Wohnung und Familie herrschenden widerlichen Verhältnisse« – hierbei spie er kurz entschlossen auf den Boden – »mein Zimmer augenblicklich kündige. Ich werde natürlich auch für die Tage, die ich hier gewohnt habe, nicht das Geringste bezahlen, dagegen werde ich es mir noch überlegen, ob ich nicht mit irgendwelchen – glauben Sie mir – sehr leicht zu begründenden Forderungen gegen Sie auftreten werde.« Er schwieg und sah gerade vor sich hin, als erwarte er etwas. Tatsächlich fielen sofort seine zwei Freunde mit den Worten ein: »Auch wir kündigen augenblicklich.« Darauf faßte er die Türklinke und schloß mit einem Krach die Tür."},{"id":"id11:93","kind":"paragraph","text":"Der Vater wankte mit tastenden Händen zu seinem Sessel und ließ sich in ihn fallen; es sah aus, als strecke er sich zu seinem gewöhnlichen Abendschläfchen, aber das starke Nicken seines wie haltlosen Kopfes zeigte, daß er ganz und gar nicht schlief. Gregor war die ganze Zeit still auf dem Platz gelegen, auf dem ihn die Zimmerherren ertappt hatten. Die Enttäuschung über das Mißlingen seines Planes, vielleicht aber auch die durch das viele Hungern verursachte Schwäche machten es ihm unmöglich, sich zu bewegen. Er fürchtete mit einer gewissen Bestimmtheit schon für den nächsten Augenblick einen allgemeinen über ihn sich entladenden Zusammensturz und wartete. Nicht einmal die Violine schreckte ihn auf, die, unter den zitternden Fingern der Mutter hervor, ihr vom Schoße fiel und einen hallenden Ton von sich gab."},{"id":"id11:94","kind":"paragraph","text":"»Liebe Eltern«, sagte die Schwester und schlug zur Einleitung mit der Hand auf den Tisch, »so geht es nicht weiter. Wenn ihr das vielleicht nicht einsehet, ich sehe es ein. Ich will vor diesem Untier nicht den Namen meines Bruders aussprechen, und sage daher bloß: wir müssen versuchen, es loszuwerden. Wir haben das Menschenmögliche versucht, es zu pflegen und zu dulden, ich glaube, es kann uns niemand den geringsten Vorwurf machen.« »Sie hat tausendmal Recht«, sagte der Vater für sich. Die Mutter, die noch immer nicht genug Atem finden konnte, fing in die vorgehaltene Hand mit einem irrsinnigen Ausdruck der Augen dumpf zu husten an."}],"toc":[{"id":"id11:0:1","label":"Die Verwandlung Franz Kafka","page":1,"pageUrl":"/books/2PTqVTME#reader-content"}]},"similarBooks":[{"idCatalog":787516,"shortId":"038AHbna","title":"Человек-зверь","authorLine":"Эмиль Золя, В. Ранцова","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/46378965-70f6-41f4-9510-013fea11211d/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/038AHbna"},{"idCatalog":7183,"shortId":"4SSnge7p","title":"Фараон","authorLine":"Болеслав Прус, Е. Н. Троповский","primaryAuthorId":"dcbe6513-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/32aeea09-f542-4c48-ba6c-1464e0288595/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4SSnge7p"},{"idCatalog":521096,"shortId":"39RurXks","title":"Хагакурэ, или Сокрытое в листве","authorLine":"Цунэтомо Ямамото, Сергей И. Логачев","primaryAuthorId":"292e10ef-2a83-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/d2c8ca1b-24e9-11ee-8496-0cc47af30fe4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/39RurXks"},{"idCatalog":790354,"shortId":"08oOsnCu","title":"Сон в летнюю ночь","authorLine":"Уильям Шекспир, Николай Михайлович Сатин","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/9cb6e365-8043-11e7-af8e-0cc47a1952f2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/08oOsnCu"},{"idCatalog":788220,"shortId":"0Tjejja2","title":"Нана","authorLine":"Эмиль Золя, Т. Иринова","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/5a387752-aafd-4f3d-bb91-627dfd767da4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0Tjejja2"},{"idCatalog":577406,"shortId":"0q0GFNSG","title":"Золотой осел","authorLine":"Луций Апулей, Михаил Алексеевич Кузмин","primaryAuthorId":"673278e9-2a98-102a-9ac3-800cba805322","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/c0602770-11db-11ef-8496-0cc47af30fe4/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0q0GFNSG"},{"idCatalog":763844,"shortId":"0k1CVPMc","title":"Ромео и Джульетта","authorLine":"Уильям Шекспир, Дмитрий Лаврентьевич Михаловский","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/8c3c1916-803a-11e7-8179-0cc47a520474/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0k1CVPMc"},{"idCatalog":766049,"shortId":"4TrGYIUx","title":"Гамлет, принц Датский","authorLine":"Уильям Шекспир, Петр Петрович Гнедич","primaryAuthorId":"c577ea96-2a81-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/e925d796-803b-11e7-af8e-0cc47a1952f2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4TrGYIUx"},{"idCatalog":46756,"shortId":"1wKz5vUM","title":"Монахиня","authorLine":"Дени Дидро, Дебора Григорьевна Лившиц","primaryAuthorId":"b1401df8-2a93-102a-9ac3-800cba805322","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/37ba23fd-6a81-102c-a19b-edc40df1930e/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/1wKz5vUM"},{"idCatalog":788440,"shortId":"0L94UZhC","title":"Доктор Паскаль","authorLine":"Эмиль Золя, Константин Григорьевич Локс","primaryAuthorId":"82d512ee-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/61f13980-8201-4459-bcd1-e04d976a5570/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/0L94UZhC"},{"idCatalog":11697,"shortId":"2MoUDOAh","title":"Сон в красном тереме. Том 1","authorLine":"Лев Николаевич Меньшиков, Владимир Андреевич Панасюк, Цао Сюэцинь","primaryAuthorId":"4e036549-1455-11e8-a22f-0cc47a5454c6","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-litres-public/content/c9377cb2-c07d-4c18-a638-1db65e2e0cf2/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/2MoUDOAh"},{"idCatalog":792368,"shortId":"4ft6F5H0","title":"Саламбо","authorLine":"Гюстав Флобер, Николай Максимович Минский","primaryAuthorId":"526ac12b-2a82-102a-9ae1-2dfe723fe7c7","coverUrl":"https://storage.yandexcloud.net/bookra-catalog-pd-public/content/d8927887-c0aa-11e0-9959-47117d41cf4b/thumbs/400.webp","publicUrl":"https://bookra.app/books/4ft6F5H0"}],"similarBooksPagination":{"page":1,"pageSize":12,"totalItems":2333,"totalPages":195,"hasPrev":false,"hasNext":true}},"notFound":false}